DIREKTINFO: HAB EIN AUGE MIT MIR

In dem Band werden erstmals Schwarzweiß-Fotografien von Wolfgang Wiesen und Gedichte
des bekannten saarländischen Lyrikers Johannes Kühn
in einer freien, überraschenden und phantasievollen Weise einander zugeordnet. Im Gegensatz zu bekannten Foto-Lyrik-Bänden sollen die Fotos
in diesem Buch die Gedichte nicht einfach illustrieren, sondern beim Leser soll ein zwangloses Spiel der Phantasie ausgelöst werden, welches sowohl die Bildaussage als auch den Gedichtinhalt in einer überraschenden Weise fortentwickelt.
Auch hinsichtlich der graphischen Gestaltung hebt sich das Buch wohltuend von dem bekannten Schema links Foto, rechts Gedicht ab. Wechselnde Bildformate, Dopplungen, über zwei Seiten geführte Bildleisten und ungewöhnliche Bildschnitte bieten dem Betrachter ständig neue Sichtweisen, ohne das Auge zu überfordern. Hierbei soll weder das Bild noch das Gedicht dominieren, weshalb beiden Elementen im Buch der gleiche Stellenwert zugeordnet wurde.
Sowohl bei den Gedichten als auch bei den Fotos wird eine Bewegung vom Heiteren zu Ernsten und vom Schweren wieder zum Leichten in Gang gesetzt. Irmgard und Benno Rech schreiben dazu im Nachwort:
Während das Auge bei manchen Bildern, in denen die Zeit stillzustehen scheint, verweilt, wird es in anderen
durch die sprengende Kraft von verknappenden Ausschnitten aus dem Bild herausgedrängt. Beim Wechsel
hinüber zum Gedicht hören wir anders auf das Gedicht hin. Das erregte Auge weckt die Stimme. So kann es sein, daß wir uns die Klänge und Rhythmen der Sprache hörbar machen wollen. Wir beginnen laut zu lesen.
Ein Sinn hat den anderen hervorgelockt.



Pressestimmen:

Durchgehend paart der schmale Band Bilder und Gedichte, deren poetische Stimmung zwischen Melancholie
und Skurrilität schwankt. Das Ensemble mit ausgewählter Lyrik von Johannes Kühn und Schwarzweiß-Fotos
von Wolfgang Wiesen entfaltet stillen Reiz.
SPIEGELspecial, Hamburg

Formal klar und streng gestaltet, eröffnen die Fotografien ebenso unaufdringlich wie die Worte eigene offene
Bedeutungs- und Assoziationszusammenhänge.
SCHWARZWEISS, München

Es kann aber doch gelingen, dass Photographie und Wort miteinander ein bedeutungsvolles Spannungsgefüge bilden.
DIE PRESSE, Wien

Leseprobe:


DER FOTOGRAF

Der hat es leicht,
der überlädt sich nicht
die Reisen in seiner Seele aufzuspeichern,
der drückt den Knopf.

Er wandert,
als Jäger guten Friedens
nach Schönheit aller Art,
nach Mauern, Beinen,
und Brüsten,
schießt niemand tot.

Die Beute aus Papier,
die Augen essen davon
an manchen Tagen.


SOMMERWEG

Nein,
ich erleb nicht
alles vom Rand aus.
Der Sommer wirft die warmen Wetter
ganz über mich
und zaubert Früchte
in grüne Äste,
er läßt mich atmen
in Freude
auch über steinigem Weg.
Ich bin beglückt,
bestürzt,
beschenkt vom Licht.


   
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